Wie kommt die Erdbeere in's Périgord?

Die leckeren französischen Erdbeeren sind natürlich bekannt. Doch eigentlich verbindet man diese Spezialität mit den Früchten aus der Gegend um Paimpol in der Bretagne. Was treibt die Erdbeere also in den Südwesten Frankreichs?

Von der Bretagne in den Südwesten

Unterschiedlichen Berichten zufolge ist die Erdbeere das erste Mal um 1895 im Périgord aufgetaucht. Sie entwickelte sich in mehreren Gebieten, vor allem um Saint Estèphe, wo sie von selbst wuchs. In der Gegend um Eglise-Neuve de Vergt waren es hingegen tatsächlich ausgewanderte Bretonen, die die Erdbeere um 1914 dort einführten.

Die weitläufigen Weinberge boten sich für die Erdbeerzucht an, fanden die Pflanzen doch zunächst Platz zwischen den Reihen der Weinreben. Obwohl die grossen Früchte damals schon in 20kg-Körben verkauft wurden, kamen die ersten "richtigen" Erdbeerkulturen erst nach dem 2. Weltkrieg im Périgord auf.

Ein gewisser Monsieur Maury kam dann schließlich auf die Idee, mit seinem Lieferwagen alle zwei Tage von Hof zu Hof zu fahren und die Erdbeeren aufzukaufen - der Beginn einer gewissen Massenproduktion.

Périgord-Erdbeeren

Périgord-Erdbeeren
© Conseil Général de la Dordogne

Vielfältige Périgord-Erdbeeren

Die Périgord-Erdbeere als ein Produkt mit kontrollierter Herkunft wird nur in ganz bestimmten Regionen angebaut. Auf den Feldern erkennen Sie die Erdbeerkulturen leicht an den weißen, halbrunden Tunneln, mit denen die Früchte geschützt werden. Die Erdbeerzüchter haben sich im Verband IGP zusammengeschlossen und bieten die Périgord-Erdbeeren in sieben Zulassungen an. Auf den Märkten und in den Supermärkten des Périgord werden sie folgende Arten finden:

  • Gariguette: frühreif mit länglicher Form
  • Cirafine: spät geerntet, zarte, grosse Früchte
  • Darselect: runde, regelmässige Früchte mit festem Fleisch
  • Elsanta: ähnlich wie Darselect
  • Mara des bois: sehr aromatische, besonders kleine und feine Früchte
  • Seascape: eher rustikale, grosse Früchte
  • Cigaline: ähnlich wie Gariguette

Die Périgord-Erdbeere wird die Hälfte eines Jahres über angeboten. Die frühen Sorten gibt es von Ende April bis Mitte Juni, die späten von Mitte Juli bis Ende Oktober! Die Früchte werden beim Erreichen des optimalen Reifegrades geerntet und schmecken ganz vorzüglich! Geschmacklich unterscheiden sie sich nur im Verhältnis von Säure zu Süße.