Limeuil - "Where the two rivers meet"

Vielleicht haben Sie sich schon beim Betrachten der Startseite gefragt, was diese merkwürdige Bildunterschrift im Zusammenhang mit Limeuil bedeuten soll. Nun, hier wird das Rätsel gelöst, es ist sozusagen eine Ferienerinnerung:

In unserer Unterkunft genossen wir die sympathische Bekanntschaft einer australischen Reiseleiterin, die ihre nächste Tour plante und unermüdlich die Umgebung erkundete. Von Limeuil sprach sie stets von "Where the two rivers meet" - und das trifft es, mündet doch hier die Vézère in die Dordogne.

Der Zusammenfluss ist sehr harmonisch anzuschauen: Bänke und Picknick-Tische laden zum Verweilen ein, zwei rechtwinklig zueinander stehende Steinbrücken überspannen die Flüsse und das Ufer wird von zufriedenen Enten bevölkert. Im Périgord wundert mich das ein wenig angesichts des riesigen Angebots von Entenkonserven. Auch im nahegelegenen Gartenrestaurant stand "Magret frites" - gegrillte Entenbrust mit Pommes Frites - auf der Speisekarte (sehr zu empfehlen!).

Zusammenfluss von Dordogne und Vézère

Zusammenfluss von Vézère und Dordogne

Unruhige Geschichte

Günstige Lage auf einem Hügel, zwei Flüsse voller Fisch - schon früh zog Limeuil Siedler an. Die Magdaleniens hinterliessen um 10.000 vor Christus auf den kalkigen Felsen Tierzeichnung von großer Qualität. Später befestigten Gallier den Ort mit einer Holzpalisade. Für Julius Cäser war die leichte Befestigung kein großes Hindernis. Er wollte im Römischen Reich die Pax Romana durchsetzen, schleifte die Festung und errichtete an ihrer Stelle eine Stadt. Überreste der römischen Villen sind heute noch im ganzen Tal zu finden.

Bis zum 11. Jahrhundert zogen dann Wikinger plündernd die Dordogne hoch und man baute die alte Festung wieder auf. Die Bedeutung dieser Burg wuchs, so dass Limeuil in die Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich im Hundertjährigen Krieg hinzeingezogen wurde. Die Bewohner schlugen sich mal auf die eine, mal auf die andere Seite und ermordeten zwischendurch sogar ihren eigenen Landesherrn, Jean de Beaufort, dessen Gewalttägikeiten sie nicht mehr ertrugen.

1453 siegte Frankreich endgültig über England, Limeuil konnte sich zur Abwechslung dem wirtschaftlichen Aufschwung widmen. Diese Erholungszeit währte nicht lange, denn schon folgten die Religionskriege, Limeuil bekämpfte die Hugenotten. Es wundert nicht, dass Limeuil nach den ganzen Kriegswirren 1594 auch noch den Aufstand der "Croquants" sowie 1636 einen weiteren Bauernaufstand verkraften mußte.

Erst im 19. Jahrhundert beruhigte sich die Lage und Limeuil wurde zu einer blühenden Handelsstadt. Jeder zehnte Bewohner arbeitete als Handwerker! Wirtschaftliche Hauptschlagader war die Dordogne, über die der Bedarf Bergerac's und Bordeaux's an Walnussholz aus der Auvergne für die Produktion von Weinfässern gedeckt wurde.

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