Römische Zeit und frühes Mittelalter

Julius Cäsar eroberte Gallien in den Jahren 59 - 51 v. Chr. Im Jahre 16 v. Chr. gründet Kaiser Augustus die Provinz Aquitanien und macht Vesunna (Périgueux) zur Hauptstadt des Gebietes, in dem der Stamm der Petrocorii lebt.

In den folgenden drei Jahrhunderten erfährt die Region eine Epoche städtischer Entwicklungen. Es werden nicht nur öffentliche Gebäude errichtet, sondern auch Kulturpflanzen eingeführt, die heute noch von Bedeutung sind, z. B. Wein, Walnüsse, Kastanien.

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im Jahre 476 eroberte zehn Jahre später der fränkische König Chlodwig Gallien. Das Périgord wird im 8. Jahrhundert Grafschaft des Königreichs Aquitanien. Im 9. Jahrhundert kommt es wiederholt zu Normanneneinfällen, die Täler von Dordogne und Isle und Périgueux werden verwüstet. 1066 erobert Wilhelm der Eroberer England und es kommt in der Folge zu jahrhundertelangen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich.

Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich

Kompliziert wird es ab dem Jahre 1152. Nachdem ihre Ehe mit dem französischen König Ludwig VII aufgelöst ist, heiratet Königin Eleonore von Aquitanien (die Mutter von Richard Löwenherz) den Engländer Henry Plantagenet. Er ist schon Graf von Anjou, Fürst von Maine, der Touraine und der Normandie, sie hatte nach der Scheidung ihre damalige Mitgift - die aquitanischen Besitztümer - zurückerhalten. 1154 wird Henry Plantagenet auch noch König von England. Zwar waren die französischen Besitztümer immer noch Lehen des Königs von Frankreich. Das Gebiet, über das Eleonore und Henry herrschten, war aber weit größer und reicher als das von Ludwig VII. Das Gleichgewicht der Kräfte war definitiv gestört.

Herren der Burg Beynac

Herren der Burg Beynac: Kreuzfahrer und König Richard Löwenherz

Seine Lehenshoheit nutzte der französische König natürlich aus, um jedes Vergehen seines Untertanen durch Entzug von Ländereien zu bestrafen. Schließlich war nur noch Aquitanien in englischer Hand (aber das war durch den Vertrag von Bretigny 1360 sogar verbrieft). Als Grenzregion zwischen England und Frankreich war das Périgord im 12. und 13. Jahrhundert besonders umstritten. Deutlich zu spüren war dies im Tal der Dordogne. So zählte die Burg Beynac auf dem rechten Ufer zu Frankreich, die gegenüberliegende Burg Castelnaud hingegen war englisch und man attackierte sich gegenseitig. Zu dieser Zeit wurden sowohl von Engländern als auch von Franzosen die Bastiden, nach einem geometrischen Plan gebaute befestigte Dörfer, errichtet.

Philippe VI wurde 1328 zum französischen König gesalbt. Der englische König Eduard III hatte allerdings Zweifel an der Legitimität und meldet für sich selber den Anspruch auf die französische Krone an. Neun Jahre später kam es zum Ausbruch des 100jährigen Krieges, in dessen Verlauf weniger große Schlachten als vielmehr marodierende Räuberbanden und schlechtbezahlte Söldner das Land verwüsteten. Erst als am 17. Juli 1453 die Franzosen die Schlacht bei Castillon gewannen, bedeutete dies das Ende der englischen Besitztümer in Frankreich.

Geschichte des Périgord: