Geschichte zum Anfassen

Périgord und Geschichte sind zwei untrennbar miteinander verbundene Begriffe. Die Region ist nicht nur seit der frühesten Vergangenheit ausgesprochen geschichtsträchtig, sondern auch heute noch begegnen einem die Zeugnisse aus bewegten Zeiten auf Schritt und Tritt.

Da sind z. B. die Höhlen der Steinzeitmenschen mit ihren kunstvollen Felsmalereien. Da ist die Frauengestalt des Mittelalters, Eleonor von Aquitanien, Mutter Richard Löwenherz', und ihrerseits Heldin vieler Romane und Biographien. Und da sind die unzähligen Burgen und Schlösser, die heute gerne als Filmkulisse genutzt werden ("Jean d'Arc" von Luc Besson wurde teilweise auf der Burg Beynac gedreht).

Frühgeschichte

Zu Beginn des 19. Jahrhunders wurden vor allem im Tal der Vezérè und bei Les-Eyzies-de-Tayac prähistorische Überreste gefunden: an Felsvorsprüngen und in Höhlen fand man Reste von Holzkohle, Küchenabfällen, Werkzeug, Waffen und Gegenstände aus Stein und Knochen. Anhand der unterschiedlichen Schichten, in denen die Funde vorlagen, konnten die zeitlichen Epochen zugeordnet werden. Da die Funde so bedeutsam waren, wurde die jeweilige Ära nach den Fundorten benannt: z. B. das Périgordien (Grotte du Pech Merle, 30.000 - 20.000 vor Christus) oder das Magdalénien (La Madeleine - Grotte du Lascaux, 18.000 - 10.000 vor Christus).

Aber nicht immer waren es Wissenschaftler, die die prähistorischen Andenken aufspürten. Die weltberühmte Höhle von Lascaux wurde durch Zufall entdeckt: Kinder haben nach ihrem entlaufenen Hund gesucht, fanden aber stattdessen die Grotte mit den einzigartigen Felsmalereien!

Höhlenmalerei in Pech Merle

Gepunktete Pferde in der Höhle von Pech Merle

Das Périgord ist also schon seit der Altsteinzeit besiedelt. Wie die gefundenen Faustkeile und Schaber zeigten, lebten hier schon vor ca. 2 Millionen Jahren Menschen, die Feuer nutzten und Großwild jagten sowie einfache Steinbearbeitung kannten. Vor ca. 150.000 Jahren entwickelte der Neandertaler besseres Werkzeug, so dass nun aus Tierhäuten Bekleidung hergestellt werden konnte. Der Homo sapiens sapiens schließlich kam in der Jungsteinzeit, vor 35.000 Jahren, ins Périgord. In den Felsüberhängen von Cro-Magnon an der Dordogne fand man Überreste, die - als Cro-Magnon-Mensch bezeichnet - eine neue Gruppe des Homo sapiens sapiens bildeten.

In dieser Zeit entstanden auch die ersten Felsbilder. Man benutzte dazu eine Art Negativtechnik: Hände wurden auf den Felsen gelegt, aus dem Mund mit Farbe besprüht und so rot oder schwarz umrandet. Im Laufe der Jahrtausende bis ungefähr 10.000 vor Christus wurde die Kunst der Tiermalerei perfektioniert.

So gab es kunstvolle Tierskulpturen, erste perspektivische Darstellungen und sogar transportable Kunstgegenstände.

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Geschichte des Périgord: