Porte des Tours - das Ende der Templer

Als Bastidenstadt verfügt Domme natürlich auch über eine Stadtmauer. Sie ist guterhalten und läßt sich bei einem Spaziergang über die Promenade des Remparts erkunden. Das Auge erfreut sich dabei an den ockerfarbenen Häusern mit ihrem Blumenschmuck und hübschen Balkonen.

Drei Stadttore gewähren Durchlass von der Wehrmauer in die Stadt, von denen die Porte des Tours das eindrucksvollste und zugleich am besten erhaltene ist. Die der Stadt zugewandte Seite des Tores ist gerade, während es nach außen hin zwei Halbtürme aufweist.

Domme: Porte des Tours

Porte des Tours, Gefängnis der Tempelritter

Die Episode der Tempelritter

Domme war kaum errichtet, als es schon unfreiwillig in die weltgeschichtlichen Ereignisse jener Zeit hineingezogen wurde: 1305 wurden die Mitglieder des Ordens der Tempelritter auf Drängen des französischen Königs der Ketzerei angeklagt. Auf einen Schlag wurden daraufhin am 13. Oktober 1307 alle Kommandanturen der Templer verhaftet.

Auch die Tempelritter, die kurz zuvor in Domme eingezogen waren, entgingen ihrem Schicksal nicht und wurden in der gerade fertiggestellten Porte des Tours eingekerkert - bis zu 70 Personen waren damals dort zusammengepfercht.

Während ihrer Haft haben die Templer Botschaften, sog. Graffiti, in die schweren Mauern geritzt - Botschaften, die bis heute nicht vollständig entschlüsselt werden konnten. Die ganze Nordseite des Turmes ist damit versehen, es finden sich einzelne Wörter, Kreuze, Figuren und verschiedene Symbole.

Ab 1318 verlieren sich die Spuren der Templer in Domme. Alle waren umgekommen, kein einziger von ihnen hatte das Gefängnis jemals wieder lebend verlassen.

Aber seit dieser Episode der Tempelritter ist Domme um einen Mythos reicher: vielleicht findet sich unter den geheimen Botschaften in der Porte des Tours der Schlüssel zum Heiligen Gral?