Die Burg von Castelnaud

Die imposante Burg von Castelnaud ist die am meisten besuchte Burg im Süden Frankreichs.

Zehn Kilometer südlich von Sarlat im Herzen des Schwarzen Périgord, zwischen Domme und Beynac erhebt sich weithin sichtbar ihre Silhoutte. Sie überragt die Täler von Dordogne und Céou, die Burgen Beynac, Marqueyssac und Fayrac.

Vom kleinen Ort Castelnaud zu ihren Füßen schlängeln sich malerische schmale Gassen hinauf zur Burg.

Chateau de Castelnaud

Burg Castelnaud im Nebel.
© Ph. Dufour

Geschichte

Zu den Zeiten des Albigenserkreuzzuges trat Castelnaud zum ersten Mal geschichtlich in Erscheinung. Burgherr war damals der Katharer Bernard de Casnac, der sich schon einen Namen wegen seiner Grausamkeit gemacht hatte. 1214 eroberte der allgegenwärtige Anführer des Kreuzzugs,Simon de Montfort, Castelnaud und ließ seine Garnison dort einziehen. Aber Bernard de Casnac schlug zurück und brachte Castelnaud wieder an sich. Um seinem Ruf gerecht zu werden, war seine Rache fürchterlich: er ließ die komplette Garnison Montfort's hängen! Diesem Treiben gebot der Erzbischof von Bordeaux Einhalt, in dem er die Burg von Castelnaud niederbrennen ließ.

1259 wurde mit dem Vertrag von Paris offiziell der Disput zwischen (französischen) Capetingern und (englischen) Plantagenets beendet. Die ständige Fehde zwischen Castelnaud und den Baronen von Beynac aber schwelte weiter. Es kam nie zu einer offenen Schlacht, doch die benachbarten Burgen beobachteten sich argwöhnisch, spionierten sich aus. 1317 intervenierte der Papst und arrangierte eine Hochzeit zwischen beiden Familien. Bald wurde dieser Streit nebensächlich, denn der Ausbruch des Hundertjährigen Krieges im Jahre 1337 bestimmte das Geschehen. Aquitanien fiel an die Engländer und wurde fortan vom legendären Schwarzen Prinzen regiert.

Ein kleines, für die Geschichte Castelnauds aber bedeutsames Ereignis trug sich 1368 zu: die Alleinerbin Magne de Castelnaud heiratete Nompar de Caumont. Bis zur französischen Revolution sollte die Burg im Besitz dieser Familie bleiben!

Der französische König indes hatte die englische Herrschaft über Castelnaud satt. 1442 ließ er die Stadt belagern, nach drei Wochen überreichte der englische Kommandant neben 400 Kronen für sein Leben auch die Schlüssel zur Burg. Die Engländer waren nicht nur aus Castelnaud vertrieben. Zehn Jahre später später verloren sie die Schlacht von Castillon und verließen endgültig französischen Boden.

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