Das Périgord:
Grün, Weiß, Purpur oder Schwarz?

Das Périgord umfasst das weite Gebiet südlich von Limoges und schließt die Täler der Vézère und Dordogne ein. Der zentrale Teil rund um Périgueux und den Fluss Isle wird Périgord Blanc genannt.

Der Name kommt von der Farbe seiner Kalksteinfelsen und der hellen Getreidefelder. Das halbmondförmige Gebiet um Sarlat ist als Périgord Noir bekannt wegen seiner dunklen, immergrünen Steineichenwälder oder vielleicht auch wegen der Trüffeln?

Damit nicht genug, die Tourismus-Behörden haben noch zwei weitere Périgords hinzugefügt: das wegen seiner grünen hügeligen Auen so genannte Périgord Vert welches im Norden liegt, sowie das wegen des Weinbaus so genannte Périgord Pourpre im Südwesten.

Périgord vert

Im Norden liegt das Grüne Périgord. Es umfaßt das Nontronnais und das Tal der Dronne. Ein wahres Schmuckkästchen von hügeligem Grün, durchfurcht von einer Vielzahl von Bächen. Die Täler sind sehr ländlich und nur dünn besiedelt. Die Täler der Isle und der Auvézère durchlaufen das Land, das sich mit den Orten St-Aulaye, Nontron, Bourdeilles und Ribérac von La Nouaille bis Roche-Chalais ausbreitet.

Weniger bekannt als das vielbesuchte Périgord Noir erinnert es mit seinen Kreideplateaus an das Limousin. Die enge Nachbarschaft kommt auch durch den Parc Naturel Régional Périgord-Limousin zum Ausdruck. Dieser Regionalpark wurde 1998 wohl auch mit dem Ziel gegründet, das Augenmerk stärker auf die Naturschönheiten zu lenken und dieser wirtschaftlich etwas schwachen und entvölkerten Gegend zu mehr Aufschwung zu verhelfen.

Périgord noir

Das Schwarze Périgord umfasst den zentralen Bereich der Täler von Dordogne und Vézère. Dies ist das typische Dordogne-Land: tiefeingeschnittene Täler eingefasst von vom Wasser erodierten Felsen. Die Landschaft ist ausgesprochen lieblich und harmonisch. Auf dem Schwemmland an den Ufern wird Mais angebaut, auf den höheren Lagen findet man dichte Eichenwälder. Walnußplantagen, Herden von langhälsigen grauen Gänsen und prähistorisch anmutende runde Steinhütten sind weitere Kennzeichen des Schwarzen Périgord, nicht zu vergessen die unzähligen hervorragend restaurierten mittelalterlichen Burgen, Schlösser und Dörfer.

La Roque St-Christoph

La Roque St-Christoph

Im Tal der Vézère sind die überhängenden Felsen im Laufe der Jahrtausende vom Frost herausgebildet worden. Sie sind übersät mit Höhlen, die seit ewigen Zeiten als Unterkünfte und Heiligtümer genutzt wurden. Hier wurde auch 1868 bei Bauarbeiten zur Bahnlinie Périguex-Agen das erste Skelett eines Cro-Magnon-Menschen gefunden. Es existiert ein unglaublicher Reichtum an archäologischen Zeugnissen aus dem Leben in der Steinzeit. Zu den vielgepriesenen Höhepunkten im Schwarzen Périgord zählen die prähistorischen Höhlenzeichnungen. Sie sind nicht nur wegen ihres Alters bemerkenswert, sondern auch wegen der speziellen Fähigkeiten, die erforderlich gewesen sein müssen, um sie anzufertigen.

Das internationale Ansehen der prähistorischen Stätten kombiniert mit der sorgfältig restaurieren mittelalterlichen Stadt Sarlat führt dazu, das gerade dieser Teil des Périgord zu den innerhalb Frankreichs am stärksten besuchten touristischen Gegenden wurde. Man sollte nach Möglichkeit außerhalb der Saison herkommen und seine Unterkunft vielleicht eher etwas abseits der Hauptsehenswürdigkeiten suchen.

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Die vier Périgords: